In der Gemeinderatssitzung am 26. März ging es nicht um kleine Korrekturen, sondern um Themen, die Wiesenbach langfristig prägen: Schutz vor Starkregen, der nächste Schritt beim Radweg, energetische Sanierungen rund ums Rathaus und die weitere Planung für den neuen Bauhof. Vieles davon wurde einstimmig beschlossen oder zur Kenntnis genommen – also auch mit Zustimmung der grünen Gemeinderätinnen und Gemeinderäte.
Manche Gemeinderatssitzungen drehen sich um einzelne Beschlüsse. Diese Sitzung hat gezeigt, dass Wiesenbach an mehreren Stellen gleichzeitig an seiner Zukunft arbeitet: beim Schutz vor Klimafolgen, bei der Mobilität, bei kommunalen Gebäuden und bei der Infrastruktur, die im Alltag oft unsichtbar bleibt – aber funktionieren muss.
Feuerwehr: Kontinuität in der Führung
Zunächst hat der Gemeinderat der Wahl von Michael Fanz zum Feuerwehrkommandanten sowie von Thorsten Güll und Alexander Werner als Stellvertreter zugestimmt. Der Beschluss fiel einstimmig. Das ist mehr als eine Formalie. Die Feuerwehr ist eine tragende Säule im Ort und gerade in Zeiten zunehmender Wetterextreme ist eine verlässliche Führung besonders wichtig.
Unsere Haltung: Dass der Gemeinderat hier geschlossen zugestimmt hat, ist richtig. Wer Sicherheit im Ort ernst nimmt, muss auch die Menschen stärken, die im Ernstfall Verantwortung tragen.
Starkregenschutz: Vorsorge ist keine Panikmache
Einer der wichtigsten Punkte des Abends war der Sachstandsbericht zur Maßnahmenplanung im Starkregen- und Hochwasserschutz. Die Verwaltung hat deutlich gemacht, dass der Klimawandel auch in Wiesenbach spürbar ist – durch Starkregen, Hochwasser, Hitze und Trockenheit. Ein vollständiger Schutz ist nicht möglich. Aber es gibt konkrete technische Maßnahmen, die den oberflächigen Wasserabfluss besser steuern und das bestehende Entwässerungssystem entlasten können. Gleichzeitig laufen auch die übergeordneten Planungen weiter, etwa für das Rückhaltebecken am Jugendzeltplatz und für die Machbarkeitsstudie zur Überleitung Saupferch / Totenkopfgraben. Fördermittel des Landes sind grundsätzlich möglich, wenn ein integriertes Gesamtkonzept vorliegt. Der Gemeinderat nahm den Bericht einstimmig zur Kenntnis.
Unsere Haltung: Genau hier zeigt sich, was grüne Kommunalpolitik heißt: nicht erst nach Schäden reagieren, sondern früher handeln. Starkregenschutz ist keine abstrakte Zukunftsfrage, sondern Vorsorge für Wiesenbach – für Häuser, Straßen, Infrastruktur und Menschen.
Radweg Langenzell–Lobenfeld: Langsam, aber endlich mit Richtung
Auch beim Radweg zwischen Langenzell und Lobenfeld ging es weiter. Das Projekt begleitet die Gemeinde seit vielen Jahren, nun wurden mögliche Trassenvarianten vorgestellt und das weitere Vorgehen beschlossen. Im nächsten Schritt sollen die Varianten natur- und artenschutzrechtlich geprüft werden, bevor eine konkrete Trassenführung festgelegt werden kann. Gleichzeitig wurde noch einmal eingeordnet, dass der Radweg zwischen Sportplatz und Hochwasserrückhaltebecken „Brühl“ nach aktuellem Stand im Herbst dieses Jahres in die Umsetzung gehen soll. Der Gemeinderat stimmte dem weiteren Vorgehen einstimmig zu.
Unsere Haltung: Sichere Radverbindungen machen Alltagswege besser und stärken klimafreundliche Mobilität im ländlichen Raum. Dass Planung Zeit braucht, ist verständlich. Entscheidend ist, dass sie nicht wieder im Ungefähren steckenbleibt.
Rund ums Rathaus: Energetisch sanieren statt weiter aufschieben
Ein großer Block der Sitzung drehte sich um das Sanierungskonzept für die Gemeindegebäude rund ums Rathaus. Nachdem das Nahwärmenetz „Wiesenbach-Mitte“ nicht weiterverfolgt wird, sollen vorhandene Mittel nun in konkrete Maßnahmen an kommunalen Gebäuden fließen. Untersucht wurden mehrere Gebäude: Hauptstraße 22, 23, 24, 26, 26a und 28. Die Verwaltung schlägt einen mehrjährigen Sanierungsfahrplan vor. Für 2026 sind vor allem zwei Maßnahmen vorgesehen: die Heizungsanlage samt Kellerdeckendämmung in Hauptstraße 26a sowie die Fenstersanierung im Rathaus (Hauptstraße 26). Insgesamt werden dafür überplanmäßige Ausgaben beschlossen. Der Gemeinderat fasste den Beschluss mit 10 Ja-Stimmen und 2 Nein-Stimmen.
Unsere Haltung: Dass hier endlich konkret geplant wird, ist richtig. Kommunale Gebäude mit alten Gasheizungen und Sanierungsstau werden nicht besser, wenn man sie weiter aufschiebt. Positiv ist auch, dass nicht reflexhaft alles gleichzeitig gemacht werden soll, sondern ein gestufter Fahrplan vorliegt. Entscheidend wird sein, die Maßnahmen wirtschaftlich sauber umzusetzen und dort anzufangen, wo die Wirkung am größten ist.
Biddersbachhalle: Klimagerecht, aber nur mit Fördermitteln realistisch
Die Biddersbachhalle bleibt ein zentrales Thema. Sie ist einerseits Herzstück des sozialen und sportlichen Lebens im Ort, andererseits einer der größten Energieverbraucher der Gemeinde. Vorgestellt wurde ein umfassendes Sanierungskonzept: neue dezentrale Lüftungsgeräte mit Wärmerückgewinnung, zwei Luft-/Wasser-Wärmepumpen, Umstellung der Warmwasserbereitung, Erneuerung der Elektrotechnik, LED-Beleuchtung, mögliche Erweiterung der Photovoltaik und ein neuer Hallenboden. Die Kosten liegen nach aktueller Schätzung bei rund 6,52 Millionen Euro. Klar ist zugleich: Ohne Fördermittel ist das Vorhaben nicht umsetzbar. Der Gemeinderat nahm den Bericht einstimmig zur Kenntnis.
Unsere Haltung: Der eingeschlagene Weg ist grundsätzlich richtig. Wer die Halle langfristig erhalten will, muss sie technisch auf einen neuen Stand bringen. Positiv ist, dass nicht unnötig an Fassade und Fenstern weitergedämmt werden soll, wenn die zusätzliche „graue Energie“ am Ende wenig bringt. Jetzt kommt es darauf an, dass Förderung und Priorisierung zusammenpassen – sonst bleibt aus einem guten Konzept nur ein teures Papier.
Neuer Bauhof: Nächster Schritt in der Planung
Zum Schluss ging es noch einmal um den Neubau des Bauhofs. Nach dem Grundsatzbeschluss hat der Gemeinderat nun entschieden, für die Planungsleistungen ein europaweites VgV-Verfahren durchführen zu lassen und dafür den wirtschaftlichsten Anbieter zu beauftragen. Die Verwaltung empfiehlt eine Generalplanervergabe, um Schnittstellen zu reduzieren und das Verfahren effizienter zu steuern. Auch dieser Beschluss fiel einstimmig.
Unsere Haltung: Der neue Bauhof ist kein Prestigeprojekt, sondern Teil funktionierender kommunaler Infrastruktur. Dass die Gemeinde für die nächste Phase professionell und rechtssicher vorgeht, ist notwendig. Wichtig bleibt aber: Transparenz bei Kosten, klare Anforderungen an Nachhaltigkeit und eine Planung, die Wiesenbach langfristig dient – nicht nur auf dem Papier.