Photovoltaik-Solarpark in Wiesenbach, zeigt nachhaltige Energieerzeugung und Hochwasserschutzmaßnahm.

Solarpark, Hochwasserschutz, Gewerbegebiet: Wiesenbach trifft wichtige Entscheidungen

veröffentlicht 29.04.2026

In der Gemeinderatssitzung am 23. April ging es um Themen, die Wiesenbach auf Jahre prägen werden: Wie erzeugen wir künftig Energie? Wie schützen wir den Ort besser vor Starkregen? Und wie gehen wir mit wertvollen Flächen um? Vieles davon klingt auf den ersten Blick technisch. Tatsächlich geht es aber um ganz konkrete Fragen: Was passiert mit unserer Landschaft? Wie gut ist Wiesenbach auf Klimafolgen vorbereitet? Und wie sorgt man dafür, dass Fortschritt nicht auf Kosten von Natur und Lebensqualität geht?

Das Beitragsbild zeigt die KI-generierte Darstellung einer Agri-PV-Anlage.

Der Solarpark in Langenzell kommt mit klaren Regeln

Der größte Punkt der Sitzung war die geplante Freiflächensolaranlage bei Langenzell. Der Gemeinderat hat den Bebauungsplan beschlossen. Damit ist der Weg für das Projekt frei.

Was heißt das konkret?
Auf einer großen Fläche sollen Solarmodule gebaut werden, die Strom aus Sonnenenergie erzeugen. Das ist ein bedeutender Schritt für die Energiewende in unserer Region. Denn wenn mehr Strom hier vor Ort erzeugt wird, macht uns das langfristig unabhängiger von fossilen Energien und teuren Importen.

Aber: Ein Solarpark ist kein kleines Projekt. Er verändert Landschaft, greift in Naturflächen ein und wirft Fragen auf – etwa zum Schutz von Tieren, Pflanzen und Böden.

Genau deshalb war für uns entscheidend, dass dieses Projekt nicht einfach nur beschlossen wurde, sondern an klare Bedingungen geknüpft ist. So müssen zum Beispiel Flächen für Tiere ersetzt oder verbessert werden, wenn ihr Lebensraum beeinträchtigt wird. Außerdem muss am Ende der Laufzeit sichergestellt sein, dass die Anlage wieder zurückgebaut wird und nicht einfach als Industriefläche in der Landschaft stehen bleibt. Das wird nicht nur versprochen, sondern finanziell abgesichert – damit die Gemeinde im Zweifel nicht auf den Kosten sitzen bleibt.

Unsere Haltung: Wir stehen zur Energiewende vor Ort. Aber wir wollen sie so, dass Klima- und Naturschutz zusammen gedacht werden. Genau das ist hier gelungen: Ja zum Solarpark – aber nicht ohne verbindliche Regeln für Natur, Landschaft und Rückbau.

 

Warum der Vertrag zum Solarpark fast genauso wichtig ist wie der Solarpark selbst

Neben dem Bebauungsplan hat der Gemeinderat auch einen Vertrag mit dem Projektträger beschlossen. Das klingt trocken, ist aber in Wahrheit einer der wichtigsten Punkte überhaupt.

Denn oft steht im Bebauungsplan nur der grobe Rahmen. Die wirklich entscheidenden Fragen kommen erst danach:
Wer sorgt dafür, dass Schutzmaßnahmen tatsächlich umgesetzt werden?
Wer bezahlt sie?
Und was passiert, wenn etwas später wieder zurückgebaut werden muss?

Genau das wird in diesem Vertrag geregelt.

Darin steht zum Beispiel, dass Geld und Sicherheiten hinterlegt werden müssen, damit die Anlage später wirklich wieder entfernt werden kann. Außerdem werden Maßnahmen zum Schutz von Tieren und Landschaft festgeschrieben. Auch der Brandschutz und der Schutz des Bodens während der Bauphase spielen eine Rolle.

Unsere Haltung: Gerade bei großen Projekten entscheidet sich oft nicht auf dem Papier, sondern in den Details, ob ein Vorhaben gut oder problematisch wird. Deshalb war dieser Vertrag für uns zentral. Fortschritt braucht Verbindlichkeit – nicht nur gute Absichten.

Im Gewerbegebiet „Au“ wird neu sortiert

Ein weiterer Beschluss betrifft das Gewerbegebiet „Au“. Dort wird die Planung angepasst, weil eine Fläche, die ursprünglich für eine technische Anlage vorgesehen war, anders genutzt werden soll.

Das klingt erstmal nebensächlich, ist es aber nicht. Denn hier geht es um die Frage, wie Wiesenbach mit seinen Flächen umgeht. Was darf dort entstehen? Was soll bewusst ausgeschlossen werden? Und wie verhindert man, dass sich ein Gebiet Stück für Stück in eine Richtung entwickelt, die dem Ort nicht guttut?

Der Gemeinderat hat sich dafür entschieden, die Regeln klar zu fassen. So sollen dort zum Beispiel keine Vergnügungsstätten oder großflächigen Einzelhandelsangebote entstehen, die dem Ortskern schaden könnten. Gleichzeitig wird auch mitgedacht, wie Regenwasser besser versickern oder zurückgehalten werden kann – ein wichtiger Punkt mit Blick auf Starkregen.

Unsere Haltung: Flächen sind in Wiesenbach knapp und wertvoll. Deshalb ist es richtig, nicht einfach alles zuzulassen, sondern genau hinzuschauen: Was nützt dem Ort? Was schadet langfristig? Und wie verbindet man Entwicklung mit Klimaanpassung? Der Beschluss geht aus unserer Sicht in die richtige Richtung.

Hochwasserschutz: Lieber jetzt planen als später Schäden beklagen

Besonders wichtig war aus unserer Sicht auch der nächste Schritt beim Hochwasserrückhaltebecken am Jugendzeltplatz. Der Gemeinderat hat die nächste Planungsphase auf den Weg gebracht.

Was bedeutet das? Ein Hochwasserrückhaltebecken ist vereinfacht gesagt ein Bereich, in dem bei starkem Regen Wasser gezielt aufgefangen wird, bevor es unkontrolliert in den Ort drückt. Es geht also nicht um ein „schönes Zusatzprojekt“, sondern um Vorsorge.

Und genau das ist der Punkt: Klimafolgen zeigen sich längst auch in kleineren Gemeinden. Starkregenereignisse werden heftiger, Wasser kommt schneller, und Schäden entstehen oft innerhalb kurzer Zeit. Wer erst dann reagiert, wenn Keller volllaufen oder Straßen unterspült sind, ist zu spät dran.

Gut ist, dass hier nicht nur ein technisches Bauwerk geplant wird. Auch das Umfeld wird mitgedacht: bestehende Nutzungen, Naturflächen, Freizeitbereiche und die Frage, wie das Ganze sinnvoll in die Umgebung eingebunden wird.

Unsere Haltung: Hochwasserschutz ist kein Angstthema, sondern Verantwortung. Wir unterstützen diesen Weg ausdrücklich, weil er zeigt: Wiesenbach wartet nicht auf die nächste Krise, sondern versucht, sich frühzeitig besser aufzustellen.

 

Mitglied werden

Wenn du dich regelmäßig einbringen und Verantwortung übernehmen möchtest, kannst du Mitglied bei BÜNDNIS 90/DIE GRÜNEN werden.

Die Anmeldung erfolgt zentral über die Bundesebene. Nach deiner Registrierung wird deine Mitgliedschaft automatisch unserem Ortsverband in Wiesenbach zugeordnet. Wir melden uns dann persönlich bei dir und laden dich zu einem Treffen ein.

Du gehst also keinen anonymen Weg – wir freuen uns, dich hier vor Ort kennenzulernen.

Was passiert nach der Anmeldung?

  • Du füllst das Online-Formular auf gruene.de aus.
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Du kannst natürlich jederzeit vorab mit uns sprechen oder erst einmal ein Treffen besuchen.